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Bandscheibenvorfall vorbeugen

Der Bandscheibenvorfall

Fünf Dinge, die Du in Bezug auf einen Bandscheibenvorfall wissen solltest

1. Der Bandscheibenvorfall

Hierzu vorab ein kurzes Video:

Im Alltag werden oft Bewegungen mit gebeugtem oder rotiertem Rücken durchgeführt oder der Rücken wird durch langes Sitzen einseitig belastet.

Die meisten akuten Bandscheibenvorfälle passieren bei gebeugtem Rücken (da nicht muskulär gesichert), zu über 80 % in der Lendenwirbelsäule (LWS) und fast 20 % in der Halswirbelsäule (HWS). Die Brustwirbelsäule (BWS) ist so gut wie nie betroffen.

Für die Zerstörung der Bandscheibe reichen aber Beugebelastungen allein nicht aus. Es müssen zwei Faktoren zusammenkommen:

  1. Wenn eine Beugung mit Rotation kombiniert erfolgt
  2. Wenn es zu enorm schnell einwirkenden Belastungen kommt, die den aktiven Bewegungsapparat überraschen

Ganz einfach erklärt:

Die Bandscheibe gerät aus ihrer natürlichen Form, verlagert sich und drückt so auf einen Nerv. Das kann zu einem Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein und/oder Zehen (Bandscheibenvorfall in LWS) sowie in Arm und/oder Fingern (Bandscheibenvorfall in HWS) führen. Gelegentlich kommt es auch zu Lähmungserscheinungen.

Oder anders ausgedrückt:

Ein Teil des Gallertkerns  tritt  durch den Faserring, der dadurch entstehende Druck auf den Spinalnerv, verursacht die Beschwerden.

Bei rund 70 bis 90 Prozent der Patienten bessern sich die Beschwerden von selbst oder durch eine konservative Therapie. Bei manchen Betroffenen verschwinden die Symptome nach einigen Wochen sogar vollständig.

Zur konservativen Therapie zählen: Schmerzlindernde Medikamente, Wärme, Lagerungsmaßnahmen (zum Beispiel Stufenbett) und Physiotherapie. Starke Schmerzen kann der Arzt lindern, indem er im Einzelfall vor Ort wirkende Arzneimittel spritzt (lokale Injektionstherapie).

 

2. Die Funktion Deiner Bandscheibe

Zwischen zwei benachbarten Wirbeln liegt immer eine Bandscheibe – nur nicht zwischen dem 1. und 2. Halswirbel und den miteinander verschmolzenen Kreuz- und Steißbeinwirbeln. Deine Bandscheiben sorgen für mehr Beweglichkeit und puffern Dein System.

Sie gewährleisten eine gleichmäßige Druckverteilung zwischen Deinen aneinander angrenzenden Wirbelkörpern. Deine Bandscheibe besteht aus Bindegewebe mit einem relativ festen, elastischen äußeren Faserring und einem weichen gallertartigen (dickflüssigem) Kern.

 

3. Das Schwammprinzip der Bandscheibe

Deine Bandscheiben werden nicht durch Blutgefäße versorgt, sondern ernähren sich aus der umgebenen Gewebsflüssigkeit. Sie wird nur durch eine ständige  Be- und Entlastung mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt.

Bei einer Belastung werden Stoffwechselabfälle aus Deinen Bandscheiben herausgedrückt und bei Entlastung saugt sie sich wieder voll. Vor allem nachts füllt sich Deine Bandscheibe wieder mit Flüssigkeit auf, was auch der Grund ist, warum Du morgens einige Zentimeter größer bist als abends.

 

4. Die Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

Die Ursachen für den Anstieg der Bandscheibenvorfälle sind vielfältig:

  • Überlastungen, z.B. durch Übergewicht oder falsche Belastungen
  • einseitige Belastungen, z.B. langes einseitiges sitzen am Arbeitsplatz
  • Fehlhaltungen, z.B. beim Training
  • psychische Probleme, z.B. durch Stress
  • Übersäuerung des Körpers, durch zu viele säure bildende Nahrungsmittel

5. Bandscheibenvorfall vorbeugen

Wenn Du einen Bandscheibenvorfall vorbeugen willst, ist es sehr wichtig, die 3 Säulen rückengerechte Bewegung, Entspannung und Ernährung zu verinnerlichen. Selbstverständlich gilt das erst recht, wenn ein Bandscheibenvorfall schon vorliegt.

Eine große Bedeutung hat Deine Tiefenmuskulatur. Sie ist Deine Stütze für die einzelnen Wirbelgelenke und hält die Bandscheiben in ihrer Form. Unter Gesunder Rücken und Rumpfkräftigung findest Du weitere effektive Übungen für Deine Rückengesundheit.

 

Mein Tipp:

Ich empfehle Dir auf jeden Fall auch mal eine Rückenschule zu besuchen (natürlich auch als Prävention/Vorbeugung). Diese wird größtenteils oder sogar voll von Deiner Krankenkasse bezahlt.

Kernpunkte einer Rückenschule sind die funktionelle Kräftigung, eine Bewegungs- und Haltungsschulung und gezielte Entlastungs- bzw. Entspannungstechniken.

Eine Operation ist nur in den seltensten Fällen nötig. Wenn die Zahl stimmt die ich kenne, dann sind 95% der durchgeführten Operationen leider überflüssig. Eine grausame Zahl, die zeigt, wie verzweifelt oder unwissend die meisten sind.

Eine OP macht höchstens Sinn, wenn beispielsweise die konservative Therapie total versagt hat, der Bandscheibenvorfall starke schmerzmittelresistente Schmerzen hervorruft oder Lähmungserscheinungen auslöst.

 

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